Aktiion Straßenkind 2011
Seit 7 Jahren dabei und immer noch nicht langweilig
Auch in diesem Jahr setzten sich die Schüler der 6. Klassen im Fach Religion wieder mit den Kinderrechten auseinander. Durch eine Kooperation mit dem Theater Osnabrück spürten die Schülerinnen und Schüler in ihrer Rolle am eigenen Leib, welche Erfahrungen Kinder ihres Alters in anderen Ländern teilweise machen müssen.
Einzelne Sequenzen aus „Der Chronist der Winde“(aktuelles Stück am Theater Osnabrück) wurden einstudiert, Kostüme und Requisiten wurden selbstständig organisiert oder gebastelt, die deutliche Darstellung wurde wieder und wieder geprobt.
Schließlich sollte das Stück auf der Straße vorgespielt werden. Auf der Straße…???! Schaffen wir das? Ohne Bühne? Ohne Vorhang? Wer wird zugucken? Wird das nicht peinlich, in den alten Klamotten gesehen zu werden? Waaas? Die Zeitung wird auch darüber berichten?! (Danke, Herr Westdörp für die eindrucksvollen Fotos!) Das Fernsehen kommt auch?! Panik!
Am Aktionstag war die Aufregung groß. Sie legte sich, als wir endlich am Nikolaiort eintrudelten. Die Schüler spielten erst unsicher, aber mit jeder Wiederholungüberzeugter und mit viel „Herz“. Sie waren für ein paar Stunden Straßenkinder.
Die Erfahrungen des Tages sollen hier blitzlichtartig wiedergegeben werden. Sie sind den großen Aufwand wert und sitzen wahrscheinlich tiefer und wirken nachhaltiger als so manche Rechenaufgabe oder Rechtschreibregel.
"Mir hat gut gefallen, dass wir mal was getan haben. …Es hat viel Spaß gemacht, auch wenn viele nicht spenden wollten, hat es die Stimmung nicht getrübt." (Vladis)
"Ich habe mich an diesem Tag wie ein echtes Straßenkind gefühlt. Ich habe dadurch gelernt, dass der Alltag von Straßenkindern nicht leicht ist." (Sarah)
"Mir hat gut gefallen, dass viele Leute so nett waren oder uns noch viel Glück gewünscht haben. … Den Straßenkindern geht es überhaupt nicht gut, weil sie teilweise dumm angemacht werden." (Fabienne)
"Ich habe gemerkt, dass es ganz schwierig ist, ein Straßenkind zu sein. … Als erstes dachte ich, das wird doof und langweilig, aber es hat irgendwie Spaß gemacht." (Miro)
"Ich habe gelernt, dass ich es hier in Deutschland gut habe." (Dean)
"Ich habe gelernt, dass Kinder Rechte haben." (Justin)
"Mir war kalt. Jetzt weiß ich, wie gut ich’s habe. …Ich habe gelernt, dass man sparsam umgehen soll, mit dem was man hat und froh darüber sein soll." (Kaylay)
Allen beteiligten Schülern herzlichen Dank für ihren Einsatz. Auch die NOZ hat darüber berichtet. Der Sender os1.TV strahlte dazu eine Sendung aus.
Juliane Ajineh
